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Soziale Interaktion erhält die Leistungsfähigkeit des Gehirns

Die Jülicher Forscher untersuchen den Einfluss des Lebensstandards auf das Gehirn.

Die Jülicher Forscher untersuchen den Einfluss des Lebensstandards auf das Gehirn.

Dass körperliche Aktivität sich generell positiv auf den Gesundheitszustand auswirkt, ist mittlerweile ebenso gängiges Allgemeinwissen, wie die schädlichen Wirkungen von Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum. Nun haben Wissenschaftler vom Institut für Neurowissenschaften und Medizin in Jülich einen Beitrag in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht, in dem sie von ihren Untersuchungen über die Auswirkungen des Lebensstils auf das Gehirn berichten, bei denen sie erstaunliche Erkenntnisse zu Tage gefördert haben.

Grundlage der Analyse waren die Daten von 549 Personen (301 Männer und 248 Frauen) im Alter von 55 bis 85 Jahren. Neben dem Konsum von Tabak und Alkohol sowie sportlicher Aktivitäten nahmen die Forscher auch das soziale Umfeld der Probanden unter die Lupe. Dabei stellten sie fest, dass das Gehirnvolumen bei Menschen, die körperlich aktiv sind, im Alter weniger stark abnimmt als bei wenig aktiven Personen. Gleiches gilt für Menschen, die sich in einem angeregten sozialen Umfeld bewegen. Einen negativen Befund bestätigten die Wissenschaftler für erhöhten Alkoholkonsum. Dieser führt zu einer Verringerung der Nervenzellen, wodurch es zu einem Abbau des Gehirnvolumens kommt.

Etwas überraschend erwies sich der Konsum von Tabak weniger einflussreich auf die anatomische Beschaffenheit des Gehirns. Entwarnung können die Wissenschaftler allerdings nicht geben, da sich das Rauchen auf die „funktionelle Konnektivität“ des Gehirns auswirkt, die sich bei Tabakkonsumenten gegenüber Nichtrauchern im Ruhemodus als erhöht erwiesen hat. Den Jülicher Forschern zufolge ist dies so zu interpretieren, dass das Gehirn von Rauchern auch in Ruhephasen „auf Hochtouren“ läuft, wodurch dem Gehirn im Bedarfsfall leistungsmäßig kein oder nur noch wenig Steigerungspotential zur Verfügung steht.

Während die Forschungsergebnisse in Jülich die bekannte positive Wirkung von körperlicher Aktivität und die negativen Einflüssen von Alkohol- und Tabakkonsum auf die Gehirnstruktur bestätigten, zeigten sich die Forscher über die positiven Auswirkungen sozialer Interaktionen auf das Volumen und damit die Leistungsfähigkeit des Gehirns überrascht.